Grundausbildung

So erarbeitest Du eine korrekte Anlehnung

„Anlehnung ist die stete, weich federnde Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul“ – so ist die Definition in der Ausbildungsskala. Aber wie genau fühlt sich die Anlehnung an und wie erarbeitet man sie? Das zeige ich Dir in diesem Beitrag.

Das ist korrekte Anlehnung

Wenn ein Pferd in einer korrekten Anlehnung geht, läuft es locker über den Rücken und nimmt vermehrt Last auf der Hinterhand auf. Vielen Reitern wird aber nie richtig erklärt, wie man diese korrekte Anlehnung erarbeitet und meistens beginnt dann ein „Herunterhebeln“, Ziehen und Zerren.

Ziel ist aber, dass das Pferd von sich aus an das Gebiss herantritt. Voraussetzungen hierfür sind die ersten beiden Punkte der Ausbildungsskala: Losgelassenheit und Takt. Nur ein aufmerksames und konzentriertes Pferd kann zufrieden ans Gebiss herantreten.

Ebenso wichtig ist allerdings auch der Reiter. Denn nur wenn dieser eine nachgebende und ferderde Zügelverbindung gewährleisten kann, kann das Pferd Vertrauen zur Reiterhand entwickeln. Stichpunkt ist hier also der zügelunabhängige Reitersitz. Vorübergehend sollten Reitanfänger also Hilfszügel wie Ausbinder oder Dreieckszügel verwenden.

Gerade beim Thema Anlehnung neigen viele Reiter zu einer zu starken Handeinwirkung. Natürlich sollst Du bei einer korrekten Anlehnung einen leichten Druck am Ringfinger spüren. Grundsätzlich solltest Du dabei nie vergessen, Dein Pferd von hinten nach vorne ans Gebiss heranzureiten.

Anlehnungsfehler

Anlehnungsfehler können auch durch Exterieur oder gesundheitliche Probleme des Pferdes entstehen. Viel häufiger ist aber eine falsche reiterliche Einwirkung der Grund dafür. Eine zu harte Hand, bei zu wenig treibenden Hilfen in Kombination mit Sitzfehlern sind der Tot einer jeden Anlehnung.

Dabei ist es auch wichtig zu entscheiden, um was für einen Anlehnungsfehler es sich handelt. Denn nur so, lassen sich mit den richtigen Übungen (siehe oben) das Pferd korrigieren. Man unterscheidet folgende Anlehnungsfehler (und der häufigsten Ursache):

  • Hinter der Senkrechten (zu starke Reiterhand)
  • Hinter dem Zügel
  • Falscher Knick (rückwärtswirkende Reiterhand)
  • Auf dem Zügel (mangelnde Balance des Pferdes, inaktive Hinterhand)
  • Gegen den Zügel / Über den Zügel (Pferd gibt im Genick nicht nach, fester Pferderücken)

Eine korrekte Anlehnung erarbeiten

Zunächst einmal muss das Pferd ein Vertrauen zur Reiterhand entwickeln. Wenn es diese hat, entwickelt es nach und nach eine Dehnungsbereitschaft im Hals und ganzen Pferdekörper.

Klassische Übungen sind hier Übergänge, Tempounterschiede innerhalb einer Gangart oder auch Seitengänge wie zum Beispiel Schulterherein.

Wenn Du eine zu harte Verbindung zum Pferdemaul hast, also das Pferd so richtig viel Gewicht aufs Gebiss legt, empfehlen sich folgende Übungen:

  • Trab – Halten – Trab Übergänge
  • Einfache Galoppwechsel (Galopp – eine Pferdelänge Schritt – Galopp)
  • Reiten von Wendungen (Schlangenlinien, Volten, etc.)
  • Schulterherein (je nach Ausbildungsstand gerne in allen 3 Grundgangarten)

Es gibt aber auch Pferde, die gar nicht ans Gebiss treten wollen und man eine ganz lockere Zügelverbindung zum Pferdemaul hat. Hier haben sich diese Übungen als nützlich erwiesen:

  • Trab-Galopp-Übergänge
  • Tempounterschiede in allen drei Grundgangarten
  • Beim fleißigen vorwärts Reiten die Zügel aus der Hand kauen lassen

Das Zügel aus der Hand kauen lassen und auch das Überstreichen ist immer eine gute Kontrolle für eine korrekte Anlehnung. Das Pferd bleibt nämlich dann in genau dieser Position, ohne auseinanderzufallen.

Eine richtige Anlehnung zu erreiten ist also viel „Annehmen und Nachgeben“, wobei das Nachgeben hier der wichtigere Punkt ist.

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