Übungen für die Lösungsphase - So erreichst Du die Losgelassenheit
Grundausbildung

Übungen für die Lösungsphase – So erreichst Du die Losgelassenheit

Ein losgelassenes Pferd ist Grundvoraussetzung für die Ausbildung eines Pferdes und einer sinnvollen Gymnastizierung. Jedoch nicht nur in der Lösungsphase ist die Losgelassenheit ein wichtiger Punkt, sondern auch in allen Lektionen. Die Losgelassenheit bezeichnet nämlich nicht nur den Wechsel zwischen An- und Entspannung, sondern auch Kraft, Leichtigkeit und Dynamik.

Anzeichen für ein losgelassenes Pferd

Manche Pferde sind von Grund aus entspannter und in sich abgeklärter als Andere. Auch Stress sorgt bei manchen Pferden für An- und Verspannung. Gerade dann solltest Du Dir in der Lösungsphase genug Zeit nehmen. Denn nur ein gelöstes Pferd ist Lern- und Leistungsbereit.

Ein losgelassenes Pferd erkennst Du an folgenden Punkten:

  • Taktreinheit in allen drei Grundgangarten
  • Schwingender Rücken und locker pendelnder Schweif
  • Abschnauben und zufriedener Gesichtsausdruck
  • Ruhige Maultätigkeit bei geschlossenen Lippen
  • Lässt sich fallen und sucht die Dehnungshaltung
  • Nimmt die treibenden Hilfen an und ist konzentriert

Ein losgelassenes Pferd ist zufrieden und entspannt. Es vertraut seinem Reiter und seiner Umgebung und arbeitet konzentriert mit. Aber nicht nur das Pferd muss losgelassen sein – denn als Reiter musst Du mit gutem Beispiel voran gehen und innerlich sowie äußerlich losgelassen sein.

Übungen für die Lösungsphase

Es gibt leider kein Patentrezept, wie man ein Pferd löst. Denn jedes Pferd ist individuell und damit kann der Weg zur Losgelassenheit immer ein anderer sein. Einige Übungen haben sich jedoch als sehr hilfreich erwiesen.

Schritt reiten

Eine sehr unterschätzte „Übung“ ist das Schritt reiten. Und zwar nicht nur 2 Minuten, sondern gut und gerne mal 20 Minuten. Ich verbinde es gerne – je nach Alter und Ausbildungsstand des Pferdes – mit einer kleinen Runde durchs Gelände. Durch das Schritt reiten am langen Zügel werden Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bänder gut aufgewärmt. Ebenso kann das Pferd auch seine Umwelt auf sich wirken lassen.

Ein nervöses oder sehr junges Pferd sollte man natürlich erstmal in gewohnter Umgebung Schritt reiten. Aufregende Momente im Gelände könnten hier kontraproduktiv sein.

Übergänge und Tempiwechsel

Flüssige und leichte Schritt-Trab oder Trab-Galopp-Übergänge fördern ebenfalls die Losgelassenheit des Pferdes. Ziel ist es jedoch, die Übergänge fein an den Hilfen zu reiten. Hier soll das Pferd keines Falls mit der Handbremse durchpariert werden.

Auch Tempiwechsel innerhalb einer Gangart haben einen positiven Effekt. Immer mal wieder ein paar Schritte, Tritte oder Sprünge zulegen und wieder einfangen.

Vergiss beim Reiten von Übergängen und Tempiwechseln nicht die vorwärtstreibenden Hilfen. Mit einen feinen Hand treten die meisten Pferde dann nach einiger Zeit sehr zufrieden ans Gebiss und dehnen sich in Vorwärts-Abwärts-Haltung.

Große gebogene Linien

Das Reiten von großen gebogenen Linien und auch vielen Handwechseln nutze ich sehr gerne bei etwas aufgeweckteren Kandidaten. Dadurch muss sich das Pferd konzentrieren, denn es passiert immer wieder was Neues.

Kombinieren kann man dies zum Beispiel auch mit Übergängen oder Tempiwechseln. Nachdem das Pferd gut aufgewärmt ist, kann man diese Übung auch immer wieder mal das Zirkel verkleinern und vergrößern mit einbauen.

Schenkelweichen

Eine ebenso nützliche Übung die auch schon während der Lösungsphase eingebaut werden kann ist das Schenkelweichen. Je nach Ausbildungsstand kannst Du auch schon das Viereck verkleinern und vergrößern reiten.

Ich persönlich liebe Seitengänge und reite auch Schulterherein in allen drei Grundgangarten. Das Pferd muss dabei die treibenden Hilfen gut annehmen und sich im Körper biegen. Vergiss bei dem Reiten von Seitengängen aber nie das vorwärts reiten!

Die Losgelassenheit überprüfen

Mit der Lösungsphase ist es allerdings nicht getan – es gilt die Losgelassenheit auch über die ganze Reiteinheit zu erhalten. Gerade wenn Du neue oder schwierige Lektionen übst, solltest Du immer wieder das Pferd anschließend lösen.

Reite deshalb am Anfang, sowie immer wieder zwischen Deinen Lektionen Dein Pferd in Dehnungshaltung – also vorwärts-abwärts. Nur so ist Dein Pferd leistungsbereit und motiviert.

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